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Lesenswerte Beobachtungen zum Alltag in Russland, in Estland u. Litauen. Einzelne Urteile, die ich nicht teile, stören im Ganzen nicht. (Dass Deutschlehrer nicht unter dem "Dach des Goethe- Instituts", sondern von d. ZfA nach Russland geschickt wurden...- ok, das begleitete mich 35 Jahre meiner Tätigkeit für d. weithin unbekannte ZfA. ;-) ) Nur das Schlusskapitel, das Mainstreammeinungen begründet, ist überflüssig.
Jan 13, 2026 12:14PM
Eisiges Schweigen flussabwärts: Eine Reise von Moskau nach Berlin (German Edition)

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Thumann schreibt kurzweilig u. interessant über Moskau u. Probl. mit d. Administration. Die Einleitung mit d. Mainstreamsätzen über d. bösen Putin u. seine finsteren Absichten hätte er sich freilich sparen u. als Beobachtung in seinen Text einbauen können. Das passiert auch. Ansonsten erkenne ich alles wieder. Dasselbe habe ich 2005 od. 2010 aus d. Ukraine berichtet. Nicht "typisch russisch", eher postsowjetisch.
Jan 13, 2026 12:26AM
Eisiges Schweigen flussabwärts: Eine Reise von Moskau nach Berlin (German Edition)


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message 1: by Babette (new)

Babette Ernst Von ihm und seiner Vorgängerin Alice Bota höre ich immer den Osteuropa-Podcast "Ostcast", den ich großartig finde, weil Zusammenhänge gut erläutert und belegt werden. Das Buch würde mich deshalb auch interessieren.


Frank Ja, kann man lesen. Atmosphärisch und landeskundlich ist es dicht und interessant. Und ich glaube, ich kann das einschätzen, denn viele der dort geschilderten Zustände habe ich in der Ukraine selbst so ähnlich erlebt. (Meint auch, das ist alles nicht "typisch russisch"- was man aber denken könnte, wenn man Thumann liest.) - Aber politisch muss man dann schon glauben, dass alles (!) Putin war, dass Putin böse ist, dass Putin dies will und jenes immer schon gewollt hat usw. Ich sehe die meist angeführten Gründe für den Krieg in der Ukraine kritisch, weil ich ihn historisch betrachte und alles sehen kann, bloß kein "immer schon existierendes Bestreben irgendeines Imperialismus) . Da kann ich aber von absehen, wenn jemand das ausblendet und sich auf die zweifelsfrei völkerrechtswidrigen, menschenverachtenden und brutalen Aspekte von - meinetwegen - "Putins" Krieg konzentriert. Der ist ja mitnichten unschuldig. Aber ich gehe nicht mehr mit, wenn Putins (!) "Imperialismus" für alles und jedes verantwortlich sein soll, wenn es nur die Person Trumps sei, die nun als "Trumps Imperialismus" die USA deformiere (nie hat ein amerikanischer Präsident was anderes gemacht und nie war es dessen "Hobby"!), wenn es Xi sein soll, der nun die Welt bedroht etc. Das ist mir zu platt. Und leider geht es bei Thumann immer um die Person Putin, nie um Strukturen, selten um Interessen, kaum bis gar nicht um die wirtschaftlichen Verwüstungen, die der amerikanische Liberalismus unter dem Säufer Jelzin angerichtet hat, auch nie um die z.T. hausgemachten strukturellen Verwerfungen der Wirtschaft, ohne die man nix versteht, und vor allem geht es nie um die bis 2007 ernsthaften Angebote der russischen Seite zur Kooperation mit Europa. Die Nato- Osterweiterung wird behandelt wie ein kleiner Wanderausflug von ein paar Soldaten durch die litauischen Wälder, die dann bei Putin Paranoia ausgelöst hätten. Das wird nicht einmal im Ansatz problematisch gesehen usw. usw. Das Buch ist stark, auch Thumanns Beiträge auf Youtube, die ich kenne, sind gut, wenn er vom Alltag und dem Leben und Denken der einfachen Leute spricht, aber sonst liefert er keine politische Analyse, die ich ernst nehmen kann. Und das letzte Kapitel liest sich aus meiner Perspektive wie eine Ergebenheitsadresse an seine Auftraggeber, seht her, ich bin ganz auf Linie und ihr solltest mich weiter schreiben lassen. Das ist mein Kritikpunkt. Auch er kann den Leuten das Selbst- Denken während und nach der Lektüre nicht überlassen, sondern muss die Leser/innen mit der "richtigen Meinung" belästigen. Aber bis auf diesen Teil finde ich 90% des Buches flüssig geschrieben, gut lesbar und informativ. Also lies es und bilde dir deine eigene Meinung. Wenn du magst, schreib mir dann was dazu. ;-)


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