Matti’s Reviews > Berlin Alexanderplatz > Status Update
Matti
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Es hat ein wenig gebraucht, ins Buch zu finden. Wie ungewöhnlich doch die Zusammensetzung des Werks ist; im literarischen Quartett wurde der Begriff "Montage" verwendet – der passt ganz gut rein. Es reihen sich Werbe-, Schlager- und Zeitungstexte ohne explizite Trennung an die eigentliche Erzählung; manchmal sogar gemixt in einem Satz. Ein spannendes Konzept. Obs für mich aufgeht, kann ich noch nicht sagen.
— 23 hours, 10 min ago
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Danke Anna Carina, ich hoffs auch! Immerhin ein Leitstern ist der Protagonist selbst. Als gestrafte Existenz, die auf legale Art wieder Fuß fassen will, ohne ins Verbrechen zurückzufinden, aber darin wohl scheitern wird – darin erinnert er mich an Zuckmayers Hauptmann von Köpenick, was eines meiner liebsten Dramen ist. Bisweilen ist mir Franz Biberkopf aber doch sehr unsympathisch, aufgrund seiner schwerwiegenden Verbrechen.
Das Buch lässt sich besser als Montage lesen, als eine Art Struktur-Kaleidoskop des überforderten Menschen, der sich im Scherbenhaufen seiner Existenz an die basalen Dinge des Lebens zu ketten versucht und sich daran erhängt. Mit anderen Worten, eine sehr eigentümliche Form des Naturalismus. Protagonist des Romans ist Berlin - kein Biberkopf. Vielleicht hilft das. Das dampfende, schnaufende Großstadtschiff an der Spree, das seltsamerweise noch fortexistiert.


Drücke die Daumen, dass das Buch produktiv für dich endet.