Matti’s Reviews > Ansichten eines Clowns > Status Update
Matti
is on page 115 of 282
Die Pause zahlte sich aus. Das Buch hat mehr an Dynamik gewonnen, Hans wird langsam sein passives Verhalten los und schießt gegen Mitglieder dieses katholischen Kreises – der mir wie eine politische Partei vorkommt.
Jetzt fällt mir an Hans auch ein feiner humoristischer Unterton auf, den ich gestern noch nicht mitbekam, was belebend auf die Erzählung wirkt.
— Feb 02, 2026 11:09AM
Jetzt fällt mir an Hans auch ein feiner humoristischer Unterton auf, den ich gestern noch nicht mitbekam, was belebend auf die Erzählung wirkt.
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Matti’s Previous Updates
Matti
is finished
Entschuldige bitte, Anna Carina, dass ich dieses Buch so schnell ausgelesen habe, aber es hat mich auf eine merkwürdige Weise - trotz Schwächen - angefixt haha.
Trotzdem weiß ich, dass wenig haften bleiben wird von der Lektüre, außer vermutlich die humorigen Dialoge, die Hans am Telefon führte.
— 20 hours, 12 min ago
Trotzdem weiß ich, dass wenig haften bleiben wird von der Lektüre, außer vermutlich die humorigen Dialoge, die Hans am Telefon führte.
Matti
is on page 200 of 282
Das geht heute noch in einem Rutsch. Die Dialoge unterhalten mich sehr; es ist dieses Henry-Wotton-Getue – grade im Umgang mit den Mitgliedern des katholischen Kreises –, das mir Spaß macht. Hans ist zwar nur ein schwacher Wotton (ihm fehlt der schlagkräftige Humor, die Selbstironie und der beißende Sarkasmus), aber unterhaltsam ist er dennoch, wenngleich das leise Paroli-Bieten zu nichts führt und führen wird.
— Feb 03, 2026 02:06AM
Matti
is on page 79 of 282
Sehr viel verbitterte Resignation. Die Grundstimmung ist trübe und kalt. Hans Schnier befindet sich im Griff seiner Vergangenheit. Ständige Rückblenden, die er irgendwie matt runterleiert. Seine Faxen und Selbständigkeit als Clown sollen kompensieren, aber schwemmen ihn wieder zurück an die Küste seiner Jugend.
Es ist ein wenig träge aktuell, schleppt sich erzählerisch dahin.
— Feb 01, 2026 06:12AM
Es ist ein wenig träge aktuell, schleppt sich erzählerisch dahin.
Matti
is on page 23 of 282
Ich bin schon guter Dinge; der Ton ist nüchtern, aber bedeutungsschwanger. Die drohende kritische Auseinandersetzung mit dem Katholizismus fesselt mich, als jemanden, der katholisch erzogen wurde.
Bis jetzt scheint es mir, als ob der Katholizismus die Beziehung von Hans und Marie gespalten hätte. Darauf weist bisher seine gesonderte Abneigung ggü. dieser speziellen Glaubensrichtung hin.
— Feb 01, 2026 12:28AM
Bis jetzt scheint es mir, als ob der Katholizismus die Beziehung von Hans und Marie gespalten hätte. Darauf weist bisher seine gesonderte Abneigung ggü. dieser speziellen Glaubensrichtung hin.
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Alexander
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rated it 4 stars
Feb 02, 2026 11:11AM
Was? Hans ist die Passivität schlechthin? ... er ist nicht einmal ein Maulheld. Mir läuft es bei Hans Schnier ehrlich gesagt stets kalt den Rücken hinunter. Unheimlicher Typ.
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Nur als Beispiel: "Vielleicht erlebte ich zum ersten Mal, was Alltag ist: Dinge tun müssen, bei denen nicht mehr die Lust dazu entscheidet. Ich hatte keine Lust, dieses enge Haus je wieder zu verlassen und draußen irgendwelche Pflichten auf mich zu nehmen; die Pflicht, für das, was ich mit Marie getan hatte, einzustehen, bei den Mädchen, bei Leo, sogar meine Eltern würden es irgendwo erfahren. Ich wäre am liebsten hier geblieben und hätte bis an mein Lebensende Bonbons und Sütterlinhefte verkauft, mich abends mit Marie oben ins Bett gelegt und bei ihr geschlafen […]" <-- :D
@Alexander, du empfindest ihn nicht zumindest als Maulhelden, wenn er so Sätze bringt wie: "[...] wenn ich Marie nicht zurückbekomme, bringe ich euren attraktivsten Prälaten um. Ich bringe ihn um. [...] ich habe nichts mehr zu verlieren." Oder bin ich grad zu vorschnell mit meiner Aussage, dass er langsam in die Gänge kommt? Haha
Matti wrote: "@Alexander, du empfindest ihn nicht zumindest als Maulhelden, wenn er so Sätze bringt wie: "[...] wenn ich Marie nicht zurückbekomme, bringe ich euren attraktivsten Prälaten um. Ich bringe ihn um. ..."In vereinzelten Sätzen, ok - aber in der Summe bestimmt nicht. Bin interessiert, wie es sich für dich entwickelt.
Ja, ich bin auch gespannt! :)Wie kommt es, dass er dir so unheimlich in Erinnerung geblieben ist? Hängt das mit seiner Passivität zusammen?
Also ich hab heute schon über den Anruf im Kloster Lachen müssen, als er seinen Bruder sprechen wollte und nen Typen am Telefon hatte mit dem er nicht gerechnet hat. Aber das ist tatsächlich unfreiwillig komisch. Alles sehr verdruckst.
@Anna Carina, meinst du, das ist als barer Ernst ausgelegt? Mir kams schon gewollt humorvoll vor.
Hab ich zu wenig "katholische Luft" geatmet? haha
Also der Kosterbruder wirkte auf mich ernsthaft und Hans hat damit natürlich etwas rumgespielt. Ich bin mir nicht sicher ob Böll das bewusst humorvoll intendiert hat, da der Rest zu spröde daher kommt. Ich hab große Probleme das Buch in seiner Stimmung einzufangen, da mir zu viel durcheinander geht. Hans ist völlig inkohärent und in einer ganz seltsamen opferhaltung die sich passiv-aggressiv entlädt.
Zum Katholizismus kann ich gar nicht beisteuern. Der ist mir fremd.
Ja, mir kommts schon so vor, dass dieses spielerische Spotten bewusst humorvoll gestaltet wurde. Was ganz fehlt ist Selbstironie. Hans nicht sich immer so furchtbar ernst und hängt in dieser Opferhaltung fest. Könnte es das sein, was dir spröde vorkommt?
Nee, die Sprödigkeit kommt für mich aus dem Umgang mit Sprache. Ich finde das formal katastrophal gestaltet. Die Sprache wird weitestgehend nur als Informationsträger benutzt, Werte zu vermitteln, Haltung zu zeigen. Die arbeitet nicht. Nur in den Dialogen reißt das auf. Und selbst dort wirkt vieles eingeschlossen.Oder anders. Die Sprache empfinde ich nicht schön.

