Hendrik’s Reviews > Angefangen mit San Francisco > Status Update
Hendrik
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Ästhetisch fragwürdige Entscheidung "artists" und "poets" mit "Kunstschaffende" und "Dichtende" zu übersetzen. Klingt zu sperrig. Vor ein paar Tagen gab es in der SZ einen Artikel von Claudius Seidl mit dem Titel: "Kulturschaffende: Schafft euch ab!" Zitat: "Kulturschaffende. Fünf Silben; nach den ersten beiden weiß man schon, wie es weitergeht, und muss doch noch drei Silben ertragen." Das bringt es auf den Punkt.
— Feb 04, 2026 04:15AM
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Hendrik
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Ein Schach-Grand-Prix das Leben / mit Kämpfen dunkler Spieler / auf weißen oder schwarzen Zellen / wo du nur / eine bestimmte Zeit hast deinen Zug zu machen / Und die ganze Zeit tickt / deine Uhr / und lässt du dir / viel Zeit / für deinen Zug / bleibt dir entsprechend weniger / für den schönen Rest / des Lebens
(Scharfsinniges Schach)
— Feb 05, 2026 09:58AM
(Scharfsinniges Schach)
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Henry
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Feb 04, 2026 07:44AM
Interessant. Ich vermute, der Übersetzer hat sich um geschlechtergerechte Sprache bemüht. Künstler und Dichter schließt im Deutschen einfach mehr Leute aus, als das englische Original.
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Die Absicht erkenne ich wohl, nur passt es im Gesamtgefüge einfach nicht. Nonkonforme Beatpoetry mutiert zu überangepasstem Kulturverwalterjargon. Ich will keine Grundsatzdiskussion über gendergerechte Sprache führen, aber an dieser Stelle verfehlt die Übersetzung klar den Ton des Originals. Klassisch Künstler/Dichter hätte meinem Empfinden nach besser funktioniert, da Silbenüberlänge vermeidend. (Übrigens wurden in der gleichen Zeile auch "indians" zu "Native Americans". Was wiederum (ohne Wertung) Anlass zu weiteren Fragen hinsichtlich der Übersetzungsarbeit böte. Finde ich ein spannendes Thema.) Falls es interessiert, das Gedicht um das es geht heißt "Director of Alienation".

