Anna Carina’s Reviews > Der Goldene Pavillon > Status Update
Anna Carina
is 34% done
Es beginnt sich immer mehr wie ein Ideenroman zu lesen.
Die Grundstruktur des stotternden Icherzählers ist früh erkannt,in der er lange herumzirkelt,bis bei 30% eine neue Figur das Ganze aufbricht.
Diese hat Klumpfüße und hält dem Icherzähler einen krassen Vortrag wie man mit diesem Anders sein verfahren kann. Dieser Monolog ufert in psychologische Analysen aus, die jenseits eines natürlichen Gespräches liegen.
— Feb 22, 2026 08:02AM
Die Grundstruktur des stotternden Icherzählers ist früh erkannt,in der er lange herumzirkelt,bis bei 30% eine neue Figur das Ganze aufbricht.
Diese hat Klumpfüße und hält dem Icherzähler einen krassen Vortrag wie man mit diesem Anders sein verfahren kann. Dieser Monolog ufert in psychologische Analysen aus, die jenseits eines natürlichen Gespräches liegen.
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Anna Carina
is 53% done
Jetzt bin ich gespannt ob das bis zum Ende hält.Mit Kashiwagi u der Uni kommt vermehrt eine "philosophische" Doppelspur hinein.Als würde Mishima Erkenntnis,die die Welt entzaubert, gegen eine art platonische Idee des ewig Schönen stellen wollen.Aber als Symptomstrukturen von 2 kaputten Typen,deren Ideen in zwanghaftem Verhalten münden und in keiner Weise als Befreiung aufgefasst werden können.
— 13 hours, 8 min ago
Anna Carina
is 6% done
Ist das pervers verstörend!Geilo!
Icherzähler ist ein thymotischer Außenseiter,der Genuß daran findet wenn andere seine Schande erleiden.Aber nicht weil er sich dadurch erhöht fühlt,sondern die Welt kleiner wird. Er will alles zum verstummen bringen,wenn er schon nicht in die Ordnung gehört. Dabei lädt er verstörende Szenen mit Naturbildern poetisch auf, die wie ein Motor seiner imaginierten Thyrannei wirken.
— Feb 21, 2026 10:51AM
Icherzähler ist ein thymotischer Außenseiter,der Genuß daran findet wenn andere seine Schande erleiden.Aber nicht weil er sich dadurch erhöht fühlt,sondern die Welt kleiner wird. Er will alles zum verstummen bringen,wenn er schon nicht in die Ordnung gehört. Dabei lädt er verstörende Szenen mit Naturbildern poetisch auf, die wie ein Motor seiner imaginierten Thyrannei wirken.
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Anna Carina
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Feb 22, 2026 08:05AM
Inzwischen sind wir an der Uni. Und hier bricht Mishama das Imaginäre und gleitet in intellektuelles, diskursives Symbolisches. Und das mit dem Holzhammer. Ich denke dieser Wechsel ist nicht seine Stärke.
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„Kashiwagis grausame Aufforderung, sein taktloser Ausruf »Stottere! Los!« klang mir in den Ohren und feuerte mich an. Endlich schob ich dem Mädchen die Hand unter den Rock. In diesem Moment tauchte der Goldene Pavillon vor mir auf. Zerbrechlich, voller Erhabenheit und Melancholie. Ein schöner Leichnam, dessen abgeblättertes Gold nur einen Abglanz von seiner früheren Herrlichkeit hinterlassen hatte. Es erschien der Goldene Pavillon, der, wenn ich ihn nah wähnte, fern war und zugleich vertraut, der stets hell und klar in unerklärlicher Distanz vor mir schwebte. Er stellte sich zwischen mich und das Leben, nach dem ich gerade die Hand ausstreckte.“
„Im Leben berauscht uns der eine Augenblick, in dem sich die Ewigkeit zu verkörpern scheint, aber der Kinkaku wusste genau, dass dieser, verglichen mit der Gestalt der Ewigkeit, wie er selbst sie verkörperte, überhaupt nicht zählte. Eine ewige Schönheit kann uns wahrhaftig den Zugang zum Leben versperren und es uns sogar vergiften. Und die Schönheit des Augenblicks, die das Leben vor uns aufblitzen lässt, hat diesem Gift nicht das Geringste entgegenzusetzen. Es zersetzt und zerstört ihn im Nu und gibt das Leben dem fahlen Licht des Untergangs preis.“
Ich bin tatsächlich schnell bei diesen Zitaten verwirrt. Was ist dieses "Kinkaku" und was kann ich mir unter einer "ewigen Schönheit" vorstellen?
Alexander wrote: "Ich bin tatsächlich schnell bei diesen Zitaten verwirrt. Was ist dieses "Kinkaku" und was kann ich mir unter einer "ewigen Schönheit" vorstellen?"Das Buch ist irre dicht was das angeht. Der Goldene Tempel der Pavillon ist damit gemeint. Er war für den Jungen zuerst nicht schön. Aber der Vater sagt dass er das schönste sei. Davon beeinflusst beginnt er immer mehr den Pavillon in seiner Schönheit zu sehen, vor allem als er durch den Krieg bedroht wird. Er war traurig als der Krieg vorbei und der Pavillon nun keiner Zerstörung ausgesetzt war. Und irgendwie ist dieser Schönheitsgedanke für ihn absolut geworden. Als ewige Schönheit, die er selbst als Unmöglichkeit erkennt, unter dessen Macht er steht.
Ich müsste jetzt nach konkreten Zitaten suchen, die das ausführen. Habe bereits sehr viel markiert.
Deine Zitate geben sehr gut meine Probleme mit dem Buch wieder. Dieses exzessive Gerede über die Schönheit des Kinkaku-ji kegelte mich raus.
Jörg wrote: "Deine Zitate geben sehr gut meine Probleme mit dem Buch wieder. Dieses exzessive Gerede über die Schönheit des Kinkaku-ji kegelte mich raus."Ja, das ermüdet auf Dauer etwas. Wie gesagt, als Symptom aber irre aufschlussreich. Ich werde auch kein leichtes Spiel mit der Rezension haben. Mich überfährt das Buch gerade etwas in seiner Intensität und Dramatik. Mir ist klar wo es enden wird und dass das alles andere als ein Befreiungsschlag sein wird.

