Anna Carina’s Reviews > Wilhelm Meisters Lehrjahre > Status Update
Anna Carina
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„Er küßte ihre Hand und wollte aufstehn;aber wie im Traum das Seltsamste aus dem Seltsamsten sich entwickelnd uns überrascht,so hielt er,ohne zu wissen,wie es geschah,die Gräfin in seinen Armen, ihre Lippen ruhten auf den seinigen, und ihre wechselseitigen lebhaften Küsse gewährten ihnen eine Seligkeit, die wir nur aus dem ersten aufbrausenden Schaum des frisch eingeschenkten Bechers der Liebe schlürfen.“
😬
— Jul 07, 2026 10:14AM
😬
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Anna Carina
is 23% done
Immerhin liest es sich flott weg.... verdrießlich scheint Goethes Lieblingswort zu sein... Die Fragilität lässt er zwar die Figuren durchleben, lässt den Erzähler aber schön Distanz wahren, um dies in einer gewissen Arroganz zu ordnen und domestizieren. Allerdings ist die Theaterkritik etwas spezifischer als ich dachte. Ihn scheint die Disziplinlosigkeit in der Kunst zu stören.
— Jul 04, 2026 08:47AM
Anna Carina
is 10% done
Ja, da ist sie, diese Jauche:
„Ach!zwei liebende Herzen,sie sind wie zwei Magnetuhren;was in der einen sich regt, muß auch die andere mit bewegen, denn es ist nur eins, was in beiden wirkt, eine Kraft, die sie durchgeht. Kann ich in ihren Armen eine Möglichkeit fühlen,mich von ihr zu trennen? Und doch,ich werde fern von ihr sein, werde einen Heilort für unsere Liebe suchen und werde sie immer mit mir haben.“
— Jul 02, 2026 12:32PM
„Ach!zwei liebende Herzen,sie sind wie zwei Magnetuhren;was in der einen sich regt, muß auch die andere mit bewegen, denn es ist nur eins, was in beiden wirkt, eine Kraft, die sie durchgeht. Kann ich in ihren Armen eine Möglichkeit fühlen,mich von ihr zu trennen? Und doch,ich werde fern von ihr sein, werde einen Heilort für unsere Liebe suchen und werde sie immer mit mir haben.“
Anna Carina
is 4% done
Stehe mit G.'s Sprache seit eh und je auf Kriegsfuß.Hatte in der Vergangenheit massive Schwierigkeiten an seine Texte ran zu kommen, geschweige denn seine Literatur zu schätzen.
Nach Kellers Gr.Heinrich ist das eine Wohltat und das kurze Theaterkapitel im Gr.Heinrich,scheint eine der vielen Anlehnungen an G. zu sein.
W. glaubt eine Rolle in der Vorstellung ideal zu spielen und zu gefallen, sei das Höchste.
— Jun 29, 2026 04:00AM
Nach Kellers Gr.Heinrich ist das eine Wohltat und das kurze Theaterkapitel im Gr.Heinrich,scheint eine der vielen Anlehnungen an G. zu sein.
W. glaubt eine Rolle in der Vorstellung ideal zu spielen und zu gefallen, sei das Höchste.
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Janno
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Jul 07, 2026 11:59AM
urgh
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Janno wrote: "urgh"Hehehe... jahaa....aber ich sag dir was: das Ding geht auf. Goethe ist krass gut darin dieses Spiel des Überhöhten, überbordenden im Verlauf einzukassieren. Er drückt den armen Wilhelm immer wieder tief in steinigen Untergrund.
Übrigens kopiert Keller im Grünen Heinreich, meines Erachtens Goethes Spiel mit dieser Überfülle und dem Zerschellen am realen Leben. Nur dass Keller das parodiert, ironisch auflädt.Und da muss ich Goethe jetzt mal verteidigen. Auch wenn ich den Erzähler teilweise echt arrogant finde, lässt er alle Zustände ehrlich und wahrhaftig durchleben. Wilhelm hat durch die Textstruktur eine irre Fallhöhe. Bei Goethe spüre ich den Schmerz, auch wenn er gehoben und sublimiert wird. Den fühlt Keller nicht. Keller inszeniert ne ziemlich abgebrühte Nummer im Grünen Heinrich (erste Fassung). Keller riskiert nichts. Goethe sehr wohl, allerdings anders als es mir nahe steht.

