Alexander Carmele’s Reviews > Die Ballade des letzten Gastes > Status Update
Alexander Carmele
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Manieriert, kein Ausdruck - behäbig, schwierig zu lesen, nachgestellte Sinn-Apostrophen.
Gregor, der Wachende, streift durchs Land, ißt, geht ins Kino. Schwermut, kein Ausdruck. Dumpfes, fallendes, zerrüttetes Dasein. Verschwurbelt. Verdichtet.
Gut, dennoch gewollt. Interessant, zugleich ärgerlich verbrämt. Wutbürger, Distanz-Schreiber, Peter Handke der Alles-Wegschieber?
Jeder Satz liest sich wie George-Reim.
— Dec 12, 2023 09:47PM
Gregor, der Wachende, streift durchs Land, ißt, geht ins Kino. Schwermut, kein Ausdruck. Dumpfes, fallendes, zerrüttetes Dasein. Verschwurbelt. Verdichtet.
Gut, dennoch gewollt. Interessant, zugleich ärgerlich verbrämt. Wutbürger, Distanz-Schreiber, Peter Handke der Alles-Wegschieber?
Jeder Satz liest sich wie George-Reim.
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Alexander Carmele
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Zusammenhang suchen, ohne Zusammenhang zu stiften. Gregor hält sich bedeckt. Er hält hinterm Berg. Die Flucht gelingt als letzter Gast - bleibt bis zuletzt in den Wirtshäusern, gewährt den Wirten keine Ruhe.
Das Untote treibt ihn, aber die Sprache bleibt trostlos, verzagt, ohne Zug. Sie will nicht preisgeben. Sie wirkt wie ein Murmelspiel aus Zitaten, ohne Gewähr.
Gibt es einen unzuverlässigen Erzähler, dann ihn.
— Dec 14, 2023 11:29PM
Das Untote treibt ihn, aber die Sprache bleibt trostlos, verzagt, ohne Zug. Sie will nicht preisgeben. Sie wirkt wie ein Murmelspiel aus Zitaten, ohne Gewähr.
Gibt es einen unzuverlässigen Erzähler, dann ihn.
Alexander Carmele
is on page 144 of 185
Gregor, so heißt nun der Odyssierende, schläft in einer Tram, flüchtet in einen Wald, schläft in einem brombeerstrauchumrankten Bombentrichter und träumt von Stille.
Anderntags doziert er Lügengeschichten über die Natur vor Studenten und beschließt in kein Privathaus mehr einzukehren.
Handkes Diktion hat großes Nervpotenzial, Sprache, die sich konsequent selbst unterläuft. Ein Zu-Tode-Wuchern ...
— Dec 13, 2023 10:05PM
Anderntags doziert er Lügengeschichten über die Natur vor Studenten und beschließt in kein Privathaus mehr einzukehren.
Handkes Diktion hat großes Nervpotenzial, Sprache, die sich konsequent selbst unterläuft. Ein Zu-Tode-Wuchern ...
Alexander Carmele
is on page 51 of 185
Expressionistisch, altertümlich geschrieben. Protagonist besucht sein Elternhaus. Namen sind Schall und Rauch. Hoch abstrakt - geschraubte, in sich gekehrte Sätze. Die Verzweiflung des Erinnerns.
Anleihen vom Barock. Viele Partizip II Wendungen, die ins vermeintlich Leere gehen, wenn die Ellipse nicht mitgelesen wird.
Melancholische, langsame Heimkehr, Windungen des Er-Innerns als Er-Zählung. Broch-Miniaturen.
— Dec 06, 2023 09:37PM
Anleihen vom Barock. Viele Partizip II Wendungen, die ins vermeintlich Leere gehen, wenn die Ellipse nicht mitgelesen wird.
Melancholische, langsame Heimkehr, Windungen des Er-Innerns als Er-Zählung. Broch-Miniaturen.
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uk
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Dec 13, 2023 08:16AM
Manieriert. Im Handke-Zusammenhang ein wahrhaftes mot juste.
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uk wrote: "Manieriert. Im Handke-Zusammenhang ein wahrhaftes mot juste."In diesem Buch schlägt er dem Fass den Boden aus. Die Sprache als größtmögliche Distanzhürde, die Satzstellung bis zur Unkenntlichkeit verfremdet, ich muss beinahe jeden Satz zweimal lesen, um die Richtung, das Subjekt, die Idee zu rekonstruieren, und doch behält es eine poetische, ja sehr eigenwillige, völlig überzeugende nihilistische Schwermut sondergleichen.
Handke hab ich früher gelesen und konnte ihn nur als Autor sehen. Seitdem er mit Marie Colbin zusammen war, geht das nicht mehr da sehe ich nur noch den privaten Arschloch Typen. Und die Verherrlichung von Serbischen Schlächtern wie Milosevic und der Beef mit Sasa Stanisic tragen auch nicht dazu bei, mich wieder auf seine Schreibe einzulassen. Es gibt relativ wenig Autoren wo ich Mensch und Werk nicht trennen kann aber Handke ist so einer.
Alexandra wrote: "Handke hab ich früher gelesen und konnte ihn nur als Autor sehen. Seitdem er mit Marie Colbin zusammen war, geht das nicht mehr da sehe ich nur noch den privaten Arschloch Typen. Und die Verherrlic..."Ich bin immer wieder erstaunt, wie wenig ich mit Handke anfangen kann, selbst im Frühwerk. Ich lasse mich auf die Sprache, das Impressionistische, dieses Artifizielle gern ein, aber bei ihm endet das immer in totalem Attitüdismus. Selbst also, wenn ich alles ausklammere, von dem du redest, und Werk vom Autoren trenne, bleibt bei mir einfach nicht viel übrig. Mich interessiert Handke auch wirklich nicht als Person, ich dachte nur, ich gebe ihm noch mal einen Versuch - ich bin leider bislang sehr enttäuscht von der Ballade.


