Ernst’s Reviews > Die Yacht > Status Update
Ernst
is on page 25 of 162
Hm, naja, bisher nicht gerade der Burner, wirkt ein bisschen wie ein Debüt, ist es aber nicht, aber vielleicht ergibt das alles ja noch Sinn. Der ewig lange Beschreibungsexzess über den Samstagsmarkt in N.
Viele Farben, Details, z.b. wie der lange gelbe Rock der Sintifrau über zermatschte Erdbeeren streicht. Conclusio: hier erlebt die Sintifrau eine Freiheit die sie beim Online Shopping nicht hat. Hmmmmm….
— Apr 02, 2025 02:01PM
Viele Farben, Details, z.b. wie der lange gelbe Rock der Sintifrau über zermatschte Erdbeeren streicht. Conclusio: hier erlebt die Sintifrau eine Freiheit die sie beim Online Shopping nicht hat. Hmmmmm….
7 likes · Like flag
Ernst’s Previous Updates
Ernst
is on page 53 of 162
Ein Leseerlebnis der anderen Art, getrieben von Ärger und mittlerweile seinen gesteigerten Spielarten (aufkeimende Hassgefühle) will ich unbedingt weiterlesen, in der fast schon verzweifelten Hoffnung dass noch ein Bruch, eine interessante Wendung eintritt und das ganze Ding für mich zu einer lohnenswerten Lektüre macht. Und siehe da, endlich ein kleiner Hoffnungsschimmer, das unsympathische Ehepaar Tabarin …
— Apr 03, 2025 01:10PM
Comments Showing 1-5 of 5 (5 new)
date
newest »
newest »
message 1:
by
Anna Carina
(new)
-
rated it 5 stars
Apr 02, 2025 02:24PM
Ich war zu dem Zeitpunkt schon hin und weg. Der warme Wind der um die Ecken streift. Moa. Toll.
reply
|
flag
Mich irritiert die Erzählperspektive. Warum allwissender Erzähler und nicht Ich-Perspektive? Um die präpotenten Interpretationen abzusondern? Eine Frau liegt schlafend auf der öffentlichen Bank und wir erfahren: Sie ist eine Obdachlose. Glück kann sie nur noch mit Alkohol erfahren. Hab mich gefragt, was soll der Blödsinn. Oder die alte Frau aus der Pension ständig als Hausdrachen zu bezeichnen? Das wird nur behauptet und durch nichts belegt. Aber ich las mich überraschen, vielleicht ist es ja gewollt, eine gewisse Empörung beim Leser hervorzurufen. Im Moment ist der Ärger die Triebfeder weiterzulesen.
Du meinst diese Stelle?„Auf Marthas Gruß hob die Dame nur müde die kleine, faltige Hand, und mit den Worten, dass sie nichts für sie tun könne, solange ihre Tochter nicht eintreffe, wies sie ihr einen Stuhl. »Pazienza«, sagte sie noch, als wäre nicht auszuschließen, dass die Tochter auch erst am nächsten Tag oder überhaupt nicht mehr erschiene.
Nicht weit von dem alten Hausdrachen ließ sich die junge Frau auf einem Stuhl nieder und betrachtete den düsteren Raum, wo ein niedriger Tisch mit nikotingelber Spitzentischdecke, ein Plüschsofa und breite Plüschsessel standen, in denen mehrere Puppen in langen Spitzenkleidern und großen Sommerhüten saßen.
Aus einer Messingamphore streckten sich riesige, von Staub überzogene Stoffanemonen in das von einzelnen Sonnenstrahlen durchsäbelte Halbdunkel.
Martha war der alten Frau ziemlich dankbar dafür, dass sie in den vergangenen Jahrzehnten keinen Elan aufgebracht hatte, sich in die Zeitläufe zu schicken und die Pension zu renovieren.
»Gehört Ihnen der Palast?«, fragte Martha.
»Nein, ich wohne woanders.«
»Und wem gehört er?«
Die Alte blickte sie trübe hinter den dicken Gläsern ihrer schwarzen, viereckigen Brille an, ohne auf die Frage einzugehen und bemerkte: »Sie werden es nicht glauben, aber genau hier, an dieser Stelle, wo ich sitze, hat einmal DˊAnnunzio gesessen und sich mit einigen illustren Herren unterhalten.«
Ihre Stimme glich dem schwachen Bellen eines alten Hundes. Martha glaubte ihr kein Wort, doch so krumm und krank die Alte schien, sie beherrschte den Raum wie ein Zerberus.“
Was genau fehlt damit du es als Beleg auffasst? Ich kann das nachfühlen so wie es dort steht.
Ich habe das Buch als öffnende Wahrnehmung gelesen. Ein Icherzähler wäre viel zu beschränkt in seiner Sicht.
Sie knüpft ja ein wenig an die Antike an. Vieles liest ehr wie ein poetischer Kommentar.
Aber du hast Recht, dass einige Stellen wertend klingen. Das ist mir beim lesen nicht aufgefallen, weshalb ich mich gewundert habe, dass dich das Buch verärgert, da ich es komplett anders wahrgenommen habe. Als gleitend, sinnlich… vielleicht grenzt sich das besser von Marthas Persönlichkeit ab, die eben nicht urteilt. Als Kontrast? Martha bewegt sich aus dem Raum des Erzähler heraus. Vielleicht fasziniert es mich deshalb. Das klappt nämlich nur, weil die Sprache so herrlich beweglich ist.
Achte mal drauf ob das stimmt. Wertet nur der Erzähler oder auch Martha? Ich müsste es nochmal lesen unter Berücksichtigung deiner Anmerkungen.
Gehört für mich zu einem der Highlights der Gegenwart :D ... im übrigen auch der Beweis, dass ich Gegenwartsliteratur nicht immer schlecht bewerte :O

