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Ernst
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Ein Leseerlebnis der anderen Art, getrieben von Ärger und mittlerweile seinen gesteigerten Spielarten (aufkeimende Hassgefühle) will ich unbedingt weiterlesen, in der fast schon verzweifelten Hoffnung dass noch ein Bruch, eine interessante Wendung eintritt und das ganze Ding für mich zu einer lohnenswerten Lektüre macht. Und siehe da, endlich ein kleiner Hoffnungsschimmer, das unsympathische Ehepaar Tabarin …
Apr 03, 2025 01:10PM
Die Yacht

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Ernst’s Previous Updates

Ernst
Ernst is on page 25 of 162
Hm, naja, bisher nicht gerade der Burner, wirkt ein bisschen wie ein Debüt, ist es aber nicht, aber vielleicht ergibt das alles ja noch Sinn. Der ewig lange Beschreibungsexzess über den Samstagsmarkt in N.
Viele Farben, Details, z.b. wie der lange gelbe Rock der Sintifrau über zermatschte Erdbeeren streicht. Conclusio: hier erlebt die Sintifrau eine Freiheit die sie beim Online Shopping nicht hat. Hmmmmm….
Apr 02, 2025 02:01PM
Die Yacht


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Ernst … betritt die Bühne. Also mal sehen wie sich das noch entwickelt.
Bis hierhin war es für mich ein Buch, das mich extrem nervt und immerhin bin ich schon über das erste Viertel hinaus.


Ernst Was nervt mich: es ist völlig hohl, inhaltsleer, aber die Verpackung ist bunt, prachtvoll, barock. Die Autorin glänzt mit wunderschön verschnörkelten Formulierungen, manche Sätze tatsächlich genial, aber es ist eine völlig oberflächliche Beschreibungsorgie. Vielleicht ist die Hohlheit das Programm dieses Werks. Ich wünschte die Autorin meint das irgendwie satirisch, die Protagonistin, eine taube Nuss sondergleichen, sucht in Italien, kein Klischee wird ausgespart, sogar Volare und Azzuro kommen vor, möglicherweise als Vertreterin des Typus kunstbegeisterte Wohlstandstusse, irgendeine Befüllung ihrer hohlen Persönlichkeit. Und dann ist doch alles anders als in ihren kitschigen Phantasien ausgemalt, mein Gott, ihr geliebter Opa hat ihr mal eine kleine opulent verzierte Spielzeugpferdekutsche geschenkt, wie niedlich und seither ist Italien ihr Sehnsuchtsort. Es kann nur besser werden, aber mich beschleicht langsam der Verdacht, die Autorin ist eine Hobby-Schriftstellerin, die echt starke Fabulierfähigkeiten hat, aber überhaupt kein Thema für ein Prosastück.


message 3: by Dirk (new)

Dirk Sehr witzig, wie du dein Leid mit diesem Buch beschreibst.
Wir sind uns ja bei Literaturbeurteilungen oft auch uneins, aber hier geht es mir wie dir. Ich habe bei Googlebooks bis zur Sintifrau und der wilden Freiheit beim Erdbeeren- und Artischocken-Schoppen auf dem Wochenmarkt gelesen - das hat mir gereicht.


Ernst Danke dir lieber Dirk, ich hab fast ein schlechtes Gewissen 😬 weil es Frau Fröhlich nicht leicht bei mir hat, zumal ich gerade von einem echten Meisterwerk wie Krachts Air komme, da muss ja fast alles was danach kommt schal und lau wirken.


Alexander Carmele Im Grunde macht sie, rein erzähltechnisch gesehen, wenig falsch. Das Ambiente, der Plot, mag nicht aufregend sein, aber sie inszeniert die Atmosphäre, den Urlaub, auf den sie sich befindet, und die Sehnsucht nach Intensität, die Entdeckungsreise eines neuen Selbst, sehr konsistent und kohärent. Auch wenn es langweilt, besitzt es wenig Lücken und Brüche, wenig Kollagiertes und rein Zusammengewürfeltes (copy&paste), was in der Gegenwartsliteratur oft geschieht. Mein Kritikpunkt wäre lediglich, dass es sehr kurz ist, und sehr kurze Texte im Grunde kein narratives Nachhallen in der Erinnerungsstruktur erzeugt. Ich verstehe, dass das Setting und die "Geschichte, die erzählt wird" langweilt - das geht mir sehr oft so, bei alten wie neuen Büchern, aber ich würde das Buch nicht darauf reduzieren wollen.


Ernst Danke für deine geduldige Einordnung lieber Alexander. Ich muss mir den Ärger bloß ein bisschen von der Seele schreiben, damit beim weiterlesen wieder Raum für neue Emotionen geschaffen ist, einmal drüber geschlafen und schon ist wieder gut. Zum Glück, muss ich für mich sagen, ist es ja so kurz, dass ich es keinesfalls aufgeben werde. Und die Autorin ist ja sprachlich überzeugend, und es gibt schlimmeres, als einer bombastischen Fingerübung beizuwohnen, auch wenn mir Melodie und Rhythmus komplett verborgen bleiben.


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