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Anna Carina
Anna Carina is 65% done
„Im Dunst erschienen verschwommen die Reisfelder,deren bereits abgeerntete Parzellen die Farbe von Blauschimmel hatten.An den Feldrainen standen vereinzelt große oder kleine Bäume mit gestutzten Kronen,und da alle dünnen Stämme mit Stroh umwickelt waren – man nennt diese Ummantelung hier »Dampfkorb« –, wirkten sie wie Baumgeister, wie sie so einer nach dem anderen aus dem Nebel auftauchten.“
16 hours, 32 min ago
Der Goldene Pavillon

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Anna Carina’s Previous Updates

Anna Carina
Anna Carina is 53% done
Jetzt bin ich gespannt ob das bis zum Ende hält.Mit Kashiwagi u der Uni kommt vermehrt eine "philosophische" Doppelspur hinein.Als würde Mishima Erkenntnis,die die Welt entzaubert, gegen eine art platonische Idee des ewig Schönen stellen wollen.Aber als Symptomstrukturen von 2 kaputten Typen,deren Ideen in zwanghaftem Verhalten münden und in keiner Weise als Befreiung aufgefasst werden können.
Feb 23, 2026 07:14AM
Der Goldene Pavillon


Anna Carina
Anna Carina is 34% done
Es beginnt sich immer mehr wie ein Ideenroman zu lesen.
Die Grundstruktur des stotternden Icherzählers ist früh erkannt,in der er lange herumzirkelt,bis bei 30% eine neue Figur das Ganze aufbricht.
Diese hat Klumpfüße und hält dem Icherzähler einen krassen Vortrag wie man mit diesem Anders sein verfahren kann. Dieser Monolog ufert in psychologische Analysen aus, die jenseits eines natürlichen Gespräches liegen.
Feb 22, 2026 08:02AM
Der Goldene Pavillon


Anna Carina
Anna Carina is 6% done
Ist das pervers verstörend!Geilo!
Icherzähler ist ein thymotischer Außenseiter,der Genuß daran findet wenn andere seine Schande erleiden.Aber nicht weil er sich dadurch erhöht fühlt,sondern die Welt kleiner wird. Er will alles zum verstummen bringen,wenn er schon nicht in die Ordnung gehört. Dabei lädt er verstörende Szenen mit Naturbildern poetisch auf, die wie ein Motor seiner imaginierten Thyrannei wirken.
Feb 21, 2026 10:51AM
Der Goldene Pavillon


Comments Showing 1-17 of 17 (17 new)

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message 1: by Anna Carina (last edited 15 hours, 18 min ago) (new) - added it

Anna Carina Wisst ihr was sich richtig und lösend anfühlt?
Meine zu lesenden Bücher auf nur 50 im Jahr herunter zu regeln. Und damit nur etwa 4 Bücher/Monat zu beenden. Ich bin vor 3 Jahren noch durch Bücher gejagt. Diese 367 Seite hätte ich an 2 Tagen weggeballert.
Nun habe ich 4 Tage für 65% benötigt.
Dadurch arbeite ich ganz anders mit ihnen, und sie mit mir.
Für mich stellt sich dieses Vorhaben und daran halten als Formgebung meiner selbst dar. Und das hätte ich nicht gedacht. Das war gar nicht die Intention. Ich war erschöpft und in einem geistigen Nebelwald, weshalb ich mich dazu entschied.
Ich habe einen irren Drang nach verstehen - Philosophie, Soziologie, Psychoanalyse, Sprache, Literaturanalyse und falle im Willen dadurch zu preschen, alles aufzuholen, das ich Jahrzehnte versäumt habe, über mich selber. Es ist schlimm, wenn die eigene Intensität regelrecht wahnhaft wird.
Kennt ihr das, wenn Distanz zu sich selbst - das Selbst in einen engen Rahmen zu packen- genau den gegenteiligen Effekt annimmt, als man vermuten würde? Es als Befreiung zu erleben? Wieder atmen und Welt wahrnehmen zu können? Und selber immer ruhiger zu werden, voller Gelassenheit?

Wieso schreibe ich das?
Weil ich darüber nachdenke, dass der Icherzähler riesige Probleme damit hat, sich symbolisch einzuschreiben. Und in seinem Todestrieb der Wiederholungen, die Welt immer enger zieht, ohne dass er auch nur einen Schritt in Richtung Einschreibung geht. Er hat nicht mal einen Bezug zu sich selbst.
Was ich durch die Rahmung meiner Lektüren tue, ist nichts anderes alles mich symbolisch einzuschreiben. Aber in kein Gesetz das mir von außen aufgezwungen wird. Ich habe Empathie für die zugrunde liegende strukturelle Problematik des Icherzählers. Es ist hart zu lesen und mitzuerleben, wenn ein Mensch nicht aus sich selbst heraus wirksam werden kann. Kein Gesetz des Herzens hat, das ihn trägt - jedenfalls für eine Weile, um daraus prozessual weiter zu arbeiten.


message 2: by Lorena (new)

Lorena Liebe Anna Carina, interessanter Einblick in deine Gedanken. Ich sehe das wie du, und habe ebenfalls ein Ziel von 50 Büchern pro Jahr zu lesen. Falls das aber nur 40 werden ist das auch okay, falls es mehr werden natürlich auch toll. Auch möchte ich mich in diesem Jahr öfter längeren Büchern widmen! Wenn man einfach nur durch die Bücher rauscht, hat man doch auch nichts davon. Aber ich denke fast alle Buchliebhaber kennen die FOMO 🙈 hab hier auch so um die 600 Bücher gespeichert, die mich alle interessieren :D das versuche ich auch stetig zu reduzieren und mich auf das wichtigste zu konzentrieren.

Hast du eigentlich schon einmal darüber nachgedacht, selbst ein Buch oder Gedichte zu schreiben? Ich mag deine Art wie du dich ausdrückst irgendwie sehr.


message 3: by Anna Carina (last edited 14 hours, 26 min ago) (new) - added it

Anna Carina Lorena wrote: "Liebe Anna Carina, interessanter Einblick in deine Gedanken. Ich sehe das wie du, und habe ebenfalls ein Ziel von 50 Büchern pro Jahr zu lesen. Falls das aber nur 40 werden ist das auch okay, falls..."

Danke Lorena :)
Hab grad mal geschaut: etwa 900 ungelesene und 800 auf der Wunschliste...hehehe... Und da sind einige heftige Sachbücher bei, an denen ich 3-4 Monate sitzen würde...
Jou, hab auch schon bis zum Lebensabend ausgesorgt.

Eigene Schreibambitionen habe ich überhaupt nicht. Mein Blog reicht mir fürs Erste.


Jörg Das mit den Büchern kenne ich. Die Verbindung zu diesem Buch scheitert für mich leider daran, dass ich nicht verstehe, was du mit symbolisch einschreiben meinst.


message 5: by Halber (new)

Halber Kapitel Mein Vorhaben für dieses Jahr. Von 100 den Stapel auf 50 reduzieren und alle angebrochenen beenden oder verwerfen. Ein bißchen manisch, dieser Wettlauf mit einer Statistik, die außer für mich für niemenden relevant ist. Ich glaube Goodreads kann dabei hilfreich sein, denn vor 3 Jahren hatte ich doch gar keinen Überblick über den Wust in Regalen, Ereadern, Wunschlisten und Büchereivormerkungen. Ich erhoffe mir für 2027 dann genug innere Ruhe für ein paar Re-Reads, die ich mir schon lange vornehme. Von daher verstehe ich dein Gefühl, dass du als erlösend beschreibst, wirklich gut. - Mit Mishima hab ich mich vor 25 Jahren mal auseinandergestzt, ein Stück namens "Traumkissen" und ne Biographie. Ist mir eindrücklich in Erinnerung, und passt gut zum Thema Manie.


message 6: by Anna Carina (last edited 13 hours, 51 min ago) (new) - added it

Anna Carina Jörg wrote: "Das mit den Büchern kenne ich. Die Verbindung zu diesem Buch scheitert für mich leider daran, dass ich nicht verstehe, was du mit symbolisch einschreiben meinst."

Einen Platz in der Welt finden, von dem aus man sprechen kann und gehört wird, ohne sich dabei zu verlieren. Der Protagonist im Buch stottert und ist von Anfang an zu allem entfremdet. Er fällt aus dem sozialen Code seiner Umwelt.
Das Symbolische sind die Gesetze, Codes (auch unausgesprochenes), Regeln, Erwartungen, Rollen, Umgangsformen, die über Sprache und Vorstellungen eine gewisse Ordnung schaffen. Darüber sind wir Teilnehmer an der Welt. Wenn du innerhalb dieser Codes operierst bleibst du ansprechbar für andere und andere sind für dich anschlussfähig. Dh du kannst kommunikativ darauf reagieren. Das erzeugt im Idealfall auch eine gewisse soziale Bindung.
Es gibt Menschen die aus dieser Ordnung herausfallen. Für sie gibt es keinen Platz darin, weil sie auf einer völlig anderen Frequenz senden und/oder empfangen.
Der Icherzähler im Buch macht keine Anstalten irgendwie lesbar für andere zu werden und genießt dieses Draußen sein, auf eine ganz merkwürdige Art. Er imaginiert ehr Gespräche und stellt sich vor wie sie aus gehen und ist dann ganz zornig, wenn die Personen im echten Leben anders reagieren. dh er achtet überhaupt nicht auf die symbolische Ordnung der anderen, sondern lebt in seinem Kopf dran vorbei.


message 7: by Lorena (new)

Lorena Sachbücher lese ich inzwischen leider fast gar nicht mehr. Das fällt mir sehr schwer dranzubleiben, weil Romane einfach meist „unterhaltsamer“ sind. Obwohl ich mich da auch in viele Themen gerne mehr einlesen würde. Das Leben ist einfach zu kurz! 😄


Jörg Anna Carina wrote: "Jörg wrote: "Das mit den Büchern kenne ich. Die Verbindung zu diesem Buch scheitert für mich leider daran, dass ich nicht verstehe, was du mit symbolisch einschreiben meinst."

Einen Platz in der W..."


Habe das mit dem abgeglichen, was ich in meiner Review geschrieben habe. Dem Charakter Mizoguchi ist es in diesem Sinn nicht gelungen, sich symbolisch in meine Welt einzuschreiben.


message 9: by Anna Carina (new) - added it

Anna Carina Halber wrote: "Mein Vorhaben für dieses Jahr. Von 100 den Stapel auf 50 reduzieren und alle angebrochenen beenden oder verwerfen. Ein bißchen manisch, dieser Wettlauf mit einer Statistik, die außer für mich für n..."

Ja, ich nutze die Goodreads shelfs auch um Ordnung in mein Literaturchaos zu bringen. Habe mich Ende letzten Jahres von sämtlichen ungelesenen physischen Büchern getrennt, die ich auch digital zur Verfügung habe und nicht unbedingt hier stehen haben muss. Das war ne riesige Erleichterung.
Stimmt, Re-reads sind so wichtig. Da ich noch nicht ganz so lange lese, staut sich bei mir hinsichtlich dessen noch nicht all zu viel auf. Aber ich versuche Bücher, die ich sehr produktiv erlebe, nochmal zu lesen (möglichst nach 2-5 Jahren).


message 10: by Anna Carina (new) - added it

Anna Carina Jörg wrote: "Dem Charakter Mizoguchi ist es in diesem Sinn nicht gelungen, sich symbolisch in meine Welt einzuschreiben."

😁 Jepp. Er bleibt weitestgehend Rauschen für dich.
Was sagt uns das? Es liegt sowohl an Sender als auch am Empfänger, ob eine Kopplung möglich ist.
Du sagtest ja, dass für dich Kultur und Zeit zu fremd seien. Dh. du liest aus einer symbolischen Ordnung die über diesen Code seine Anschlussfähigkeit ermöglicht. Eine Art Zugehörigkeit?
Weshalb das mit mir und ihm klappt - obwohl wir beide nicht innerhalb der selben Ordnung stehen - liegt darin, dass mein Anschluss über das Erkennen von Struktur läuft. Ich habe habe ein beschädigtes Verhältnis zum Symbolischen, weshalb mein Zugang über Muster der Struktur, die darunter liegen funktioniert, statt über Code von Zugehörigkeit.


message 11: by Anna Carina (last edited 13 hours, 13 min ago) (new) - added it

Anna Carina Jörg wrote: "Anna Carina wrote: "Jörg wrote: "Das mit den Büchern kenne ich. Die Verbindung zu diesem Buch scheitert für mich leider daran, dass ich nicht verstehe, was du mit symbolisch einschreiben meinst."


Ich hoffe du liest das nicht wertend was ich da gesagt habe. Ich habe versucht die Differenz zu packen.
Übrigens kann ich auch nur Bücher so lesen, die das zulassen.
Es gibt sehr viele Romane, die sich mir dadurch verschließen, da sie innerhalb der symbolischen Ordnung stark auf Code, Diskurs, Rollen, Erwartungen, enzyklopädisches Wissen getrimmt sind und mir keine Chance lassen, damit arbeiten und denken zu können.
Pynchon ist so ein Fall oder 100 Jahre Einsamkeit von Marquez.


Jörg Anna Carina wrote: "Jörg wrote: "Anna Carina wrote: "Jörg wrote: "Das mit den Büchern kenne ich. Die Verbindung zu diesem Buch scheitert für mich leider daran, dass ich nicht verstehe, was du mit symbolisch einschreib..."

Finde deine Ansätze zu Büchern immer wieder sehr faszinierend. Ich halte mich für einen sehr strukturierten rationalen Menschen. Aber verglichen mit deinen Strukturen komme ich mir in meinem Leseverhalten chaotisch und emotional vor ;-)


message 13: by Kalkwiese (new)

Kalkwiese Die Erklärung zur symbolischen Ordnung hilft mir jetzt, das ein oder andere besser zu verstehen. Ist ein geschlossener Text dann also einer, der (aus welchen Gründen auch immer) dann in dieser Ordnung, diesen Codes und Strukturen bleibt und nicht verlässt?


message 14: by Anna Carina (new) - added it

Anna Carina Kalkwiese wrote: "Die Erklärung zur symbolischen Ordnung hilft mir jetzt, das ein oder andere besser zu verstehen. Ist ein geschlossener Text dann also einer, der (aus welchen Gründen auch immer) dann in dieser Ordn..."

Mit geschlossen meine ich nicht einfach: bleibt im kulturellen Code.
Es ist leider etwas komplizierter.
Es gibt viele Texte, die stark innerhalb ihrer historischen oder sozialen Ordnung operieren – und die ich trotzdem als offen erlebe.
Offen werden sie für mich dann, wenn ihre Form Störungen unterscheidbar macht.
Wenn also nicht nur Figuren in Erwartungsstrukturen feststecken, sondern der Text selbst diese Strukturen reflektiert, bricht oder sichtbar macht.
Problematisch wird es für mich, wenn ein Text entweder nur Diskurs bestätigt
oder so deterministisch gebaut ist, dass keine Differenzerfahrung mehr möglich wird
oder formal nur eine Oberflächenbewegung hat, die keine Brüche produziert.
Dann fehlt mir die Vermittlung.
Ich brauche eine Form, die Negativität als Negativität markiert – also unterscheidbar macht.

Übrigens spricht Alex öfters von operativer Geschlossenheit. Das wäre jetzt nochmal etwas anderes. Nur zur Abgrenzung: Ein Kunstwerk organisiert seine eigenen Operationen selbst. Es bezieht sich formal auf sich selbst und produziert seine Differenzen intern.


message 15: by Anna Carina (new) - added it

Anna Carina Will noch jemand nen Bier? 🍻
Eins könnt ihr mir glauben, ich hasse es selber, wenn ich zu theoretisch und verkopft klinge.

Danke für eure Antwortbereitschaft auf mich 😃


message 16: by Alexander (new)

Alexander Carmele Also das Zitat ist das erste, das wirklich für mich funktioniert hat - er kommt eine spröde Poesie zum Vorschein, die mich tatsächlich begeistert - diese langsame Transformation der Landschaft in Bäume, die zu Geistern werden. Da kocht ein eigener Wahnsinn, auch scheint es mir, dass dieser Text sehr langsam gelesen werden durch die Überfrachtung und Überschreibung von sehr vielen Psychemen, also psychologisch-durchmischte Semantiken. Wenn ich das Buch lese, dann ultra-ultra langsam. Finde ich übrigens auch für mich wohltuend, viel langsamer zu lesen, und beim Bier stoße ich an!


message 17: by Anna Carina (new) - added it

Anna Carina Alexander wrote: "Also das Zitat ist das erste, das wirklich für mich funktioniert hat - er kommt eine spröde Poesie zum Vorschein, die mich tatsächlich begeistert - diese langsame Transformation der Landschaft in B..."

Von dieser Art Zitat gibts mehrere im Buch.
Er gleitet oft nach einem inneren Sturm in diese Naturbilder.
Ich kann jetzt schon sagen, dass ich das Buch noch mindestens 2x lesen muss um das alles würdigen zu können was Mishima hier macht. Ich konzentriere mich ja gerade primär auf die psychologisch- kommunikative Struktur des Textes. Da liegt ja noch einiges mehr drin. Ich merke, dass mir hier auch einfach die Kenntnis von vielem fehlt auf dem die Ideen und Gedanken aufbauen.


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