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Ernst
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Bis hierhin und wahrscheinlich noch über weite Strecken des Buchs ist das Leitthema die Veröffentlichung der bisherigen Bände und der Rezeption durch sein Umfeld. Da er reale Namen verwendet, hat Knausgard das Manuskript seines ersten Bands „Sterben“ an etliche Personen geschickt, die in dem Roman vorkommen. Ein Onkel ist erbost und will Knausgard verklagen. Er weiß nicht was er tun soll und spricht…
6 hours, 57 min ago
Kämpfen

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Ernst’s Previous Updates

Ernst
Ernst is on page 256 of 1281
Nach den ersten 5 Bänden habe ich diesen Abschlussband ziemlich lange bei mir im Regal gelagert. Zunächst, weil ich keine rechte Lust hatte den knapp 1300 Seiten Wälzer in Angriff zu nehmen und später seit der Morgenstern-Reihe, die mich endgültig Knausgard-süchtig gemacht hat, dient er mir als eiserne Reserve für die Zeiten des kalten Entzugs. Am 20.5.26 erscheint Arendal. Zeit zum Warmlaufen.
15 hours, 17 min ago
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message 1: by Ernst (new) - added it

Ernst …. mit verschiedenen Leuten darüber.
Linda, seine Frau, kommt nach einem dreitägigen Urlaub zurück und er zeigt ihr die Mails, woraufhin sie sich darüber unterhalten, während auch Geier, K.s Freund mit Söhnchen Njaal zu Gast ist, die Kinder Vanja, Heidi und John sind irgendwo in der Wohnung zugange. Linda hat inzwischen die Mails des Onkels gelesen.


message 2: by Ernst (new) - added it

Ernst Ach ja und Christina, Geirs Frau, die mit Linda unterwegs war, ist auch anwesend. Folgende Szene findet statt:


message 3: by Ernst (new) - added it

Ernst Seite 349/350:
Dass Ich in der Literatur ähnelt, dem Ich in der Wirklichkeit insofern, dass das Einzigartige des Einzelnen nur durch das ausgedrückt werden kann, was allen gemeinsam ist, was in der Literatur die Sprache ist. Sämtliche literarischen Ichs verwenden dieselben Worte, der einzige Unterschied, also das, was ein literarisches Ich von einem anderen unterscheidet, ist die Art und Weise, wie diese Worte verteilt werden, und das in dieser unterschiedlichen Verteilung, die mit ein wenig Abstand betrachtet, marginal ist, ein Ich entstehen konnte, dass so groß und lebendig ist wie zum Beispiel Emily Dickinsons, ist ganz erstaunlich. Es wird auch nicht weniger erstaunlich, wenn wir daran denken, dass zu ihren Lebzeiten so gut wie niemand ihre Gedichte las.“


„Linda kam über den Flur. „Möchtest du Kaffee?“, fragte ich sie, als sie herein kam. Sie nickte. Ihr Gesicht war verschlossener als noch vor wenigen Minuten. Es war jetzt weißer, als hätte man die Gefühle herausgesogen.
„Das ist ja entsetzlich“, sagte sie. „Wie kann er so etwas schreiben? Ich mache mir Sorgen um dich, Karl Ove. Dass jemand auf dich schießt.“
„Beruhig dich!“, sagte ich. „Er ist nur wütend.“
„Nein. Er ist verrückt. Er hat den Verstand verloren. Das ist gefährlich. Er ist vollkommen unberechenbar.“
„Nein, nein. Es ist unangenehm, das ist alles. Aber nicht gefährlich. Ich verspreche es dir. Es wird alles gut gehen. Aber möchtest du jetzt Kaffee oder nicht?“ Sie nickte. Dann fiel mir ein, dass sie auf meine Frage bereits genickt hatte. Ich nahm vier Tassen heraus, sie waren außen braun, mit einem leicht rötlichen Ton, und innen weiß, außerdem vier dazugehörige Untertassen, die ebenfalls braun waren. Ich glaube, es waren eigentlich Tassen für irgendeinen italienischen Kaffee, aber sie funktionierten ebenso gut mit Filterkaffee, und wenn ich bei dieser Gelegenheit meine Unkenntnis verriet, dann nur Geir und Christina gegenüber, und die hatte ich nie im Verdacht, dass sie über uns lachten, wenn sie hier zu Besuch gewesen waren. Obwohl man nie wissen konnte.
Nein, ich war mir sicher.
Ich nahm die Thermoskanne und die Tassen mit in das Zimmer, in dem Geir saß, stellte alles auf den Tisch und setzte mich. Dann fiel mir ein, dass Linda ihren Kaffee mit Milch trank. Also stand ich noch einmal auf und holte aus dem Kühlschrank den Milchkarton, dessen Verfallsdatum laut Aufdruck heute war, ich öffnete ihn und roch an der Milch, als Linda von Geir gefragt wurde, ob sie die Mails gelesen hätte, und da ich den Eindruck hatte, dass die Milch in Ordnung war, nahm ich den Karton mit ins Zimmer und stellte ihn neben die Thermoskanne auf den Tisch, als Linda erklärte, wie entsetzlich sie die Mails fand.
„Und wenn es zu einem Prozess kommt?“, fragte sie. „Dann musst du vielleicht den ganzen Herbst in Norwegen verbringen. Was soll ich denn dann machen? Wie wird das hier? Soll ich mit den Kindern allein bleiben? Wie willst du den Druck ertragen?“
Geir lächelte sein sardonischstes Lächeln und sah mich an, während sie redete. Linda bemerkte den Blick natürlich sofort, und eine plötzliche Wut stieg in ihr auf, der sie jedoch nicht freien Lauf lassen konnte, immerhin waren sie ja unsere Gäste, stattdessen legte sich ein Schatten über ihre Augen. Sie blickte mich finster an, als sie aufstand und in den Flur ging. Ich warf Geir einen vorwurfsvollen Blick zu, aber er schien es falsch zu verstehen und dachte, ich würde Linda einen Vorwurf machen, in jedem Fall grinste er einfach weiter, und möglicherweise lachte er auch über die ganze Situation.
„Nehmt euch Kaffee“, forderte ich sie auf und ging Linda hinterher, die bereits im Schlafzimmer war, als ich sie einholte.


message 4: by Prusseliese (new)

Prusseliese Ursprünglich wollte ich auch alles von Knausgård lesen. Ich hänge aber immer noch bei STERBEN fest. Aufgeben möchte ich noch nicht. Du machst mir Mut, wenn du dich an dieses mehr als 1000seitige Buch heranwagst.


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