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Der Fluch des Imperiums. Die Ukraine, Polen und der Irrweg in der russischen Geschichte by
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Notiz
Eine Zeitenwende zu proklamieren und eine Politik für die Zeit danach zu entwerfen, erfordert als ersten Schritt eine Vorstellung von der Epoche zu gewinnen, deren Ende gekommen ist. Das Anliegen dieses Buchs ist es, die «gewendete Zeit» zu beschreiben: Wann sie angefangen hat, wie sie endete und welche Motive ihr eine so lange Dauer gegeben haben.
— Sep 02, 2025 06:22AM
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Eine Zeitenwende zu proklamieren und eine Politik für die Zeit danach zu entwerfen, erfordert als ersten Schritt eine Vorstellung von der Epoche zu gewinnen, deren Ende gekommen ist. Das Anliegen dieses Buchs ist es, die «gewendete Zeit» zu beschreiben: Wann sie angefangen hat, wie sie endete und welche Motive ihr eine so lange Dauer gegeben haben.
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Die These von Moskau als «Drittem Rom» ist im 16. Jahrhundert in einem Brief an den Zaren formuliert worden, aber eine größere Bekanntheit erlangte sie erst im 19. Jahrhundert. Ihre Bedeutung wird überschätzt. Viel wirksamer sind Ideen, die aus der Beziehungsgeschichte des Imperiums selbst entstanden und sich durch Wiederholung tief in das kulturelle Gedächtnis eingeprägt haben.
— Sep 02, 2025 06:21AM
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Den Europäern Russophobie zu unterstellen und Russland als ein Land zu verstehen, das nur als Imperium existieren könne, sind Vorstellungen, die 1830/31 zu wirkungsvollen Kulturmustern wurde.
— Sep 01, 2025 01:42PM
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Ohne Imperium könnte Russland ein euro-asiatisches Kanada werden, ein großer Flächenstaat mit einer gut ausgebildeten Bevölkerung und einem attraktiven Bildungssystem, reich an Industrie und Rohstoffen, mit guten Autonomie-Lösungen für die verbleibenden ethnischen Minderheiten, geachtet in der internationalen Staatenwelt.
— Sep 01, 2025 10:49AM
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Russlands Hinwendung zum Autoritarismus und die Wiederbelebung imperialer Denk- und Handlungsmuster bedingten sich gegenseitig.
— Sep 01, 2025 08:01AM
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Im Vergleich mit der Ukraine, aber auch den baltischen Staaten bestand bei den Russinnen und Russen ein relativ schwach ausgeprägtes Bewusstsein davon, dass sie nun über einen eigenen Staat verfügten, mit dessen Schicksal die eigene individuelle Zukunft eng verknüpft war.
— Sep 01, 2025 07:50AM
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Tatsächlich vollendete der Maidan eine demokratische und nationale Revolution der Ukraine. [...] Das Volk trat, beginnend mit den Protesten gegen Kučma, in drei aufeinanderfolgenden Phasen auf die Bühne und holte etwas nach, was [...] selbst das in der Ukraine abgehaltene Votum zur Unabhängigkeit nicht leisten [konnte], nämlich die Fundierung des neuen Staats durch revolutionären Volkswillen.
— Sep 01, 2025 07:47AM
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Russland erreichte 1991 erstmals in seiner Geschichte eine demokratische Regierungsform und galt auch, ungeachtet seiner multinationalen Struktur, als Nationalstaat. [...] Doch Demokratie und Nationalstaat standen in Russland in keinem engen Zusammenhang [...]. Nationale Gefühle hatten sich im Zarenreich und in der Sowjetunion mit dem Raum des Imperiums verbunden.
— Sep 01, 2025 07:34AM
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Vor allem verfolgte die Dorfprosa eine moralische Agenda. Für die moralische Korruption, die sie in der sowjetischen Gesellschaft beobachtete, machte sie die städtische Intelligenz, emanzipierte Frauen, westliche Musikkultur und Juden verantwortlich.
— Sep 01, 2025 07:23AM
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Zur Priorität der sowjetischen Politik wurde es, einen Aufstand im äußeren Imperium um jeden Preis zu vermeiden.
— Sep 01, 2025 05:48AM
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is 70% done
Polen und Ukrainer müssten freundschaftlich zusammenleben, merkte Michnik an, der damit, ohne es auszusprechen, an die ukrainisch-polnischen Massaker von 1944 erinnerte.
— Sep 01, 2025 04:16AM
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[Die Ostpolitik] war einer der wenigen deutschen Beiträge zu gelungener Weltpolitik und dadurch prädestiniert zum Mythos, zumindest im eigenen Land. Daraus entstand ein Problem. Der realistische Ansatz, mit dem die Ostpolitik Willy Brandts bestehende Machtverhältnisse einschließlich der imperialen Struktur des Ostblocks akzeptiert hatte, um zu Verhandlungsergebnissen zu kommen, verselbständigte sich im Laufe der Zeit
— Aug 05, 2025 09:47AM
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is 68% done
Der Moskauer Vertrag [...] enthielt das Bekenntnis zum Prinzip der Unverletzlichkeit der Grenzen [...]. Ausdrücklich nannte der Vertrag die Oder-Neiße-Grenze,[...] zwischen der Volksrepublik Polen und der DDR. Dass sich zwei Staaten über die Grenzen zweier anderer Staaten verständigten, ohne dass es zuvor zu entsprechenden Vereinbarungen mit den direkt betroffenen Regierungen gekommen wäre, war ein «kurioser Vorgang»
— Aug 05, 2025 07:28AM
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is 67% done
Es gab einen kulturellen und nationalen Aufbruch in der Ukraine, und Šelest wusste durch den ukrainischen Geheimdienst Bescheid. Die umfangreiche Dokumentation, mit dem der ukrainische Parteichef seine Forderung nach einem Eingreifen gegen den Prager Frühling begründete, enthielt viele personalisierte Aussagen von Ukrainern, die sich mit dem Prager Frühling solidarisierten.
— Aug 05, 2025 07:09AM
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is 66% done
Die imperiale Macht der Sowjetunion stützte sich auf Geschichtslügen, die nicht einmal durch den Willen der Moskauer Parteispitze einfach zu beseitigen waren, denn die imperialen Amtsträger in den Peripherien waren mit dem System einschließlich ihrer Lügen verwoben. Über Katyń die Wahrheit zu sagen hätte in Polen eine gesellschaftliche Entwicklung ausgelöst, die [...] unkalkulierbare Folgen gehabt hätte.
— Aug 05, 2025 06:33AM
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Der Generalsekretär der Polnischen Vereinigten Arbeiterpartei Bolesław Bierut (1892–1956), der selbst Gegenstand eines Personenkults war und drei polnischen Dörfern – Bolesławowo, Bierutowice und Bierutowo – seinen Namen gegeben hatte, erlitt auf dem 20. Parteitag nach Chruščevs Auftritt einen Herzinfarkt und verstarb noch in Moskau.
— Aug 05, 2025 05:29AM
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is 64% done
Der Stalinismus, der am Ende in eine antisemitische Kampagne mündete, war an die Person Stalins gebunden und ließ sich kaum von einem der potentiellen Nachfolger fortführen.
— Aug 05, 2025 05:12AM
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