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Ernst
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Jaja, so schnell kann das gehen, eigentlich hab ich ganz andere Bücher am Tisch, aber kaum hatte ich die erste Erzählung durch, wollte ich schon die nächste konsumieren. Und nach dieser völlig abgefahrenen Suada, die diese zweite Erzählung ist, steht schon fest, das wird nicht mein letztes Krasznahorkai-Buch gewesen sein.
Jan 16, 2026 03:22AM
Im Wahn der Anderen: Drei Erzählungen

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Ernst’s Previous Updates

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Ernst is on page 55 of 220
Die erste Geschichte gelesen, voller Rhythmus, eine Tirade, gesprochen von wem? vom Tod? von der totalen Vernichtung? von der totalen Auflösung? vom Hündchen, das zu seinem Herrchen betet, es möge doch jeden Abend zur Abendbrot den Fressnapf füllen. Liest sich wie ein Poetry Slam auf Ecstasy. Gefällt mir gut!!!
Jan 15, 2026 06:12AM
Im Wahn der Anderen: Drei Erzählungen


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Heute angekommen, ich werde es nicht gleich (komplett) lesen, aber konnte nicht widerstehen ein bisschen zu blättern. Wieder mal so ein bisschen, das schon Freude durch die Gestaltung macht, ohne noch eine Zeile gelesen zu haben.
Also, wunderschöne Aufmachung, ganz nüchternes Schriftbild, völlig schnörkellos, aber umso besser werden die faszinierenden Illustrationen hervorgehoben.
Jan 15, 2026 04:54AM
Im Wahn der Anderen: Drei Erzählungen


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message 1: by Ernst (new) - added it

Ernst Erzählung no. 2:
„Kleinstarbeit für einen Palast (Eintritt in den Wahn der Anderen)“

Inhaltlich geht es um einen alten New Yorker Bibliothekar - der zufällig herman melvill (bewusst kleingeschrieben) heißt und zeitlebens damit gehänselt wurde, wie „wo hast du deinen Wal gelassen?“ etc. - der zwei Lebensprojekte verfolgt.
Einerseits wandelt er auf den Spuren seines Namensvetters und zwar im wörtlichen Sinne. Mindestens einmal in der Woche unternimmt er einen seiner Melville-Gänge, wo er die exakte Route zu Fuß abläuft, die der große Dichter einst selbst täglich genommen hat, um von daheim zu seinem Arbeitsplatz als Zollinspektor am Hafen zu kommen. Er will verstehen, wie dieser Melville wirklich war und sieht keine andere Möglichkeit als eben auf seinen Spuren zu wandeln, denn all die tausenden Seiten verschiedenster Biografien, die er akribisch studiert hat, liefern ihm keine befriedigende Antwort. Wie war Melville? Und dabei interessiert ihn nur diese Zeit, in der er sich vom Schreiben bereits mehr oder weniger zurückgezogen hatte und seine Brötchen mühselig am Zollamt verdienen musste.

Und der Bibliothekar sieht sich dabei nicht allein, einen Seelenverwandten erkennt er in Malcolm Lowry, speziell in dessen Werk Lunar Caustic und dessen Hauptfigur Bill Plantagenet, der auf ähnlichen Spuren gewandelt haben muss, mutmaßt melvill.

Und in Lebbeus Woods, einem Architekten, auf den er dank seiner Frau stößt, die es liebt ihre neueste Garderobe, in diesem Fall einen kürzlich erworbenen Seidenjumpsuit, auf kulturellen Veranstaltungen auszuführen (auszustellen, wie es melvill nennt), in diesem Fall einer Ausstellung im MoMa, auf der zufällig auch Werke von Woods vertreten sind, die in melvill’s Augen, wie er sofort erkennt, die einzig wahre visionäre Kunst sind, unter all den übrigen „erfolgshungrigen, feigen Schickimickikindern, mit einem Wort dieser Horde an Unterhaltungsarbeitern…“.

Das zweite Langzeitprojekt ist es einen Beitrag zu leisten, zu einer großen „Nicht-öffentlichen Bibliothek“, denn ihm sind die Leser und Ausleihenden alle verhasst. Er versteigt sich in diese fixe Vorstellung und findet auch schon ein passendes Gebäude ohne Fenster und nur einer Tür, die wenn alle Bücher übersiedelt worden wären, zugemauert werden konnte. Akribisch plant er dieses Vorhaben und driftet in einen Wahn ab. Das Ende fand ich leider etwas enttäuschend konventionell, angesichts all der kreativen Power, die in der Geschichte vorher entfaltet wird.


message 2: by Alexander (new)

Alexander Carmele Ich weiß das sehr zu schätzen, dass du Ausschnitte neuerdings im Kommentar präsentierst. Du bist'ne Wucht!


message 3: by Ernst (new) - added it

Ernst Sehr gerne lieber Alexander, bei so abgeschlossenen Stories mach ich das ganz gerne um nicht den Überblick zu verlieren.


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