René Arnsburg’s Reviews > The State and the Tributary Mode of Production > Status Update
René Arnsburg
is on page 218 of 350
In Ch. 5.1 geht H. der Frage nach, warum sich die frühen Frankenreiche nie zu einer zentralisierten Formation entwickelten und hier kommt ein Fehler seiner Methode, der sich am Anfang nur in Form einer scheinbaren Vernachlässigung der Produktionsebene zeigt, voll zum tragen. Durch sein Verharren auf der Zirkulationsebene (Aneignung und Verteilung des Mehrprodukts), übergeht er die Entwicklung der Produktion.
— Jun 22, 2026 06:31AM
Like flag
René’s Previous Updates
René Arnsburg
is on page 140 of 350
In Ch. 3.5 nimmt H. die vorherrschende Meinung, dass Byzanz je nach Einteilung erst im Laufe seiner Geschichte feudal (sprich: tributär) geworden wäre, auseinander und macht noch mal deutlich, was Modifizierungen waren und warum das keine qualitative Änderung, also eine andere Produktionsweise bedeutet hat.
— Jun 14, 2026 03:44AM
René Arnsburg
is on page 129 of 350
In Ch 3.4 exerziert er das zuvor gesagte am Oströmischen Reich (H. ist Byzantinist) durch und zeigt auf, wie eine Veränderung des Formation erheblich war in den Jahren 400 bis 900, ohne die Produktionsweise jedoch zu berühren. Auch ist dies ein Beispiel der Dialektik von Unter- und Überbau, namentlich, wie Positionen im Überbau zu einer materiellen Grundlage für Herrschaft (Grundeigentum) führen können.
— Jun 14, 2026 02:36AM
René Arnsburg
is on page 109 of 350
In Ch. 3.3 nimmt H. hervorragend auseinander, wie viele Marxisten (darunter Anderson) Gesellschaftsformation und Produktionsweise miteinander verwechseln, während ersteres der konkrete Ausdruck von letzterem ist, bzw. ein anderes Level der Analyse. Ein Punkt, den Banaji bereits ausgearbeitet hat und den man immer wieder einhämmern muss.
— Jun 13, 2026 05:03AM
René Arnsburg
is on page 87 of 350
Eine starke Erläuterung in der 1. Hälfte des 3. Kapitels, warum Rente und Steuern nur zwei Formen der Aneignung des Mehrprodukts sind, aber nicht zwei unterschiedliche Produktionsweisen darstellen, wie Wickham (die Jacobins mögen in, weil die Dialektik ablehnen) es bspw. tut. Bin auf einen Widerspruch bei S. Amin gestoßen, der sich aber bei genauerem Hinsehen auflösen lässt.
— Jun 10, 2026 02:32AM
René Arnsburg
is on page 70 of 350
Ch. 2 is a lengthy but still worthwhile discussion of the historical materialist method of analysing state formation which takes on both bourgeois critics of HM and marxists derivations from a materialist dialectical approach
— Jun 09, 2026 02:37AM
Comments Showing 1-1 of 1 (1 new)
date
newest »
newest »
message 1:
by
René
(new)
-
added it
Jun 22, 2026 06:41AM
Nun ist aber gerade die Frage, warum sich hier zentralisierte Staaten entwickelten und dort nicht, eine entscheidende für die Konsequenz seiner Untersuchung. Er hat sogar einen Ansatz mit dem Rückgriff auf Amin, der zumindest in seinem späteren Werk "Eurocentrism" darauf verweist, dass der europäische Feudalismus eine unterentwickelte Form der tributären Produktionsweise ist. H. selbst verweist in einem Nebensatz darauf, dass sich in Westeuropa die tribale zur tributären Produktionsweise entwickelt. Er verfolgt diesen Gedanken aber nicht weiter und führt nicht aus, wieso nach dem Fall West-Roms sich eine tributäre oder auf Sklaverei beruhende Produktionsweise zu einer tribalen (oder bäuerlichen, häuslichen, das wie auch immer) zurück entwickelt. Ihm bleibt dann nur noch übrig, die Form zu kritisieren, was er anderen Autoren zu Beginn des Buches zurecht ankreidet und er landet sogar bei einer Tautologie, dass sich keine zentralisierte Formation entwickelte, weil die Faktoren nicht gegeben war. Dass nun geteilte Erbschaft, Konkurrenz unter den Fürsten und Königen, keine gemeinsam Tradition hergeben und verstärkende Faktoren waren, ist sicher richtig. Aber das sind keine ausreichenden Hindernisse, warum der explizite Versuch der Schaffung einer Zentralregierung durch die Merowinger und Karolinger scheiterte. Ein weiterer Hinweis ist die Erwähnung der Gothen auf der iberischen Halbinsel, denen das ebenfalls nicht gelang. Militärische Niederlagen sind ein hinreichender Faktor für das Scheitern. Das war bei den Franken jedoch nicht der Fall und auf der iberischen Halbinsel errichteten eben die Eroberer sehr erfolgreich eine Zentralhettschaft. Es bleibt also der Anhaltspunkt der Entwicklung der Produktion, die möglicherweise nach dem Fall Roms in diesen Gebieten auf ein niedrigeres Niveau sank. Das gilt es jetzt erst einmal zu untersuchen.
reply
|
flag

